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Hundeausbildung nach Gottfried Dildei

Anmerkung:

Das nachfolgend Beschriebene ist nicht Bestandteil unserer Ausbildung.
Mit dieser Beschreibung dreier Videos zum Dildei-Konzept möchten wir aber aufzeigen, daß es im Hundesport, vor allen Dingen im Schutzhundesport, Alternativen gibt.

Achtung:

Das Recht an diesen Texten liegt bei uns als Autor. Gerne können Sie diese Texte benutzen, allerdings nur
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Drittes Video: Schutzdienst nach Dildei


               Inhalt:

  •         Voraussetzungen

  •                 Stil des Hetzens

  •                 Aktivität

  •                 Schutzdienst ohne Zwang

  •                 Positive Einstellung

  •                 Junghundtraining

  •         Die Ausbildung

  •                 Der Anfang

  •                 Der frontale Anbiß

  •                 Ausführung

  •                 Das Stellen und Verbellen

  •                 Das Aus

  •                 Übungsablauf

  •                 Unterordnung beim Schutzdienst

  •                 Das Revieren



Voraussetzungen:

Stil des Hetzens

Der Helfer verhält sich möglichst ruhig und passiv. Dies bewirkt mehr Aktivität im Hund. Er bestimmt, was geschieht. Der Hund arbeitet den Helfer, nicht der Helfer den Hund.

Aktivität

Der Hund erhält so ein Gefühl der Kontrolle, was auf dem Platz geschieht. Jede Übung ist so aufgebaut, daß der Hund derjenige ist, der die Aktionen auslöst. Traditionell wurde der Hund durch das Überlassen der Beute bestätigt. Sie wurde ihm vom Hundeführer wieder abgenommen, und wenn der Helfer fertig war, ging es weiter. Dildei meint, daß dies verkehrt sei, denn dabei ist der Hund nicht aktiv, sondern er wird sich nur verteidigen, er reagiert statt daß er agiert. Um zu erreichen, daß der Hund agiert, muß das Training anders aufgebaut werden. Wir müssen dem Hund möglichst viel Kontrolle geben. Wurde der Hund mit der Beute bestätigt, kann er sie so lange im Fang halten, wie er möchte. Der Helfer zieht sich dabei zurück und wartet, bis der Hund den Arm fallenläßt. Man gibt dem Hund so viel Zeit, wie nötig, damit er den Arm freiwillig abgibt. Sobald dies geschieht, geht der Helfer zum Hund zurück und fährt fort. Dies gibt dem Hund Macht und läßt ihn agieren. Er verteidigt sich nicht nur, sondern er fordert den Helfer auf, indem er den Arm abgibt. Schritt für Schritt bildet sich im Hund ein Gefühl der Kontrolle darüber, was im Training vor sich geht. Dies gibt dem Hund einen Anreiz, den Arm freiwillig abzugeben, anstatt um die Beute zu kämpfen. Dies ist ein sehr großer Vorteil.

Schutzdienst ohne Zwang

So geübt, braucht man keinen Zwang bei der Ausübung. Der Hund hat gelernt, daß der Helfer erst wieder aktiv wird, wenn er ausläßt. Es gibt keinen Ungehorsam, da es keine Befehle gibt.

Positive Einstellung

Der Hund läßt gerne aus, man muß ihn nicht zwingen. Er kann so ruhig und mit klarem Kopf aber dennoch trieb- und energievoll arbeiten.

Junghundtraining

Dildei meint, daß ein Welpe oder Junghund nicht genügend mitbringt, um dem Kampf von seiner Seite etwas hinzuzufügen. Der Helfer muß dadurch mit viel Aktivität ausgleichend einwirken. Der Hund gewöhnt sich so an die ausgleichenden Aktionen und sie verlieren mit der Zeit ihren Effekt. Er wird davon abhängig und benötigt diese, um Trieb zu bilden. Die andere Möglichkeit ist, daß der junge Hund überreizt wird und Streß erzeugt. Je jünger ein Hund ist, desto größer ist die Gefahr, daß er in einen hektischen Zustand versetzt wird. Wenn der Hund im jungen Alter häufig überreizt wird, kann dies oft zu einem chronischen Problem werden. Der Helfer oder auch Streß erzeugt dann Hektik, die sich besonders auf das Beißverhalten auswirken wird. Hunde, die in einem Alter von weniger als 9 Monaten im Schutzdienst trainiert werden, sind häufig im Alter von einem Jahr maßlos hektisch oder abgestumpft. Selbst nur das Beobachten anderer Hunde im Schutzdienst kann sich auf Welpen schädlich auswirken.

Die Ausbildung:


Der Anfang

Wenn der Hund erwachsen ist, und dies ist nicht eine Frage des Alters, sondern der Reife. Er muß physisch und mental reif sein. Er sollte wenigstens Ansätze eines sozialen Dominanzverhaltens zeigen. Ein ausgeprägter Beutetrieb reicht nicht aus. Wenn ein Hund bei Bedrohung Wehrverhalten zeigt, ist das noch nicht unbedingt ein Zeichen der Reife. Es soll eine Selbstsicherheit sein im Falle einer Konfrontation. Wir machen den Hund mit dem Schutzdienst bekannt, indem wir ihn bei einem anderen Hund zusehen lassen. Jedoch nicht vor 14 – 16 Monaten. Der auf dem Platz arbeitende Hund soll sicher und triebvoll agieren, aber nicht überreizt. Der zusehende Hund soll das Geschehen ca. 1 – 2 Minuten an der Leine beobachten. Wenn es machbar ist, sollte zwischen ihm und dem Platz ein Zaun sein. Der Hund muß sich interessiert zeigen. Wenn er dies nicht tut, so ist er noch nicht erwachsen genug und wird dann für einige Wochen zurückgestellt. Zeigt der Hund Interesse, lassen wir ihn 1 – 2 Minuten zuschauen, dann ziehen wir ihn vorsichtig an der Leine vom Platz. Die physische Einwirkung durch das Halsband beim Wegziehen wird den Trieb noch erhöhen. Wenn der Hund nach einigen Übungsstunden reges Interesse zeigt, kann man ihn direkt in die Handlung mit einbeziehen. Dies geschieht aber immer noch an derselben Stelle hinter dem Zaun. Der Helfer nähert sich ihm und arbeitet ihn am Zaun. Der Zaun hat den Vorteil, daß er den Hund zurückhält, so daß man nicht mit Leine und Halsband auf ihn einwirken muß. Dieses Gezerre an der Leine lenkt nur den Hund vom eigentlichen Geschehen ab, so daß er sich nicht auf den Helfer konzentrieren kann. Weiter hat es den Nachteil, daß der Hund davon abhängig wird und dies braucht, um Trieb zu entwickeln. Der wohl größte Vorteil des Zauns ist, daß er dem Hund ein Gefühl der Sicherheit gibt. Dadurch kann der Helfer gezielter angreifen und verringert die Gefahr der Hektik und des Zurückweichen des Hundes. Ohne Zaun ist der Helfer gezwungen, den Beutetrieb anzuregen und somit die Bedrohung vom Hund zu nehmen. Das würde allerdings den Hund in eine falsche Verfassung versetzen und verlangt ein Übermaß an Aktionen seitens des Helfers. Dildei hält es für wichtig, daß der Schutzdienst realistisch dargestellt wird. Die Arbeit im Schutzdienst sollte sich auf eine natürliche Aggression stützen und nicht auf Beute- oder Spieltrieb oder auf Aggression, die durch Frustration hervorgerufen wird. Deshalb ist es wichtig, daß der Hund erwachsen ist. Daß er bereit ist, solche Aggression zu zeigen.

Dildei ist der Meinung, daß die erste Erfahrungen, egal wobei, den Hund in diesen Situationen beeinflussen werden. Deshalb sind die anfänglichen Übungen so wichtig. Daher sollte dabei ein erfahrener Helfer eingesetzt werden. Er muß eine verdächtige und auch verunsicherte Person spielen können. Wird dies anfänglich - ohne den Hund in Angst oder Hektik zu versetzen - gemacht, so ist das eine gute Grundlage für den weiteren Schutzdienst.

Der Helfer startet aus einem Versteck heraus und reizt den Hund, um ihn auf sich aufmerksam zu machen. Wenn der Hund aggressiv oder alarmiert reagiert, zieht sich der Helfer wieder in das Versteck zurück. Hat der Hund einige Male gebellt, tritt der Helfer aus dem Versteck heraus und wird sich dem Hund drohend nähern. Zeigt der Hund Reaktion, zieht sich der Helfer immer wieder etwas zurück. Der Helfer führt eine Juterolle mit sich. Da der Hund diese nicht kennt, wird daraus auch kein Beutetrieb entstehen.


Während der Helfer hinter dem Zaun agiert, verhält sich der Hundeführer absolut ruhig, er lobt und berührt den Hund nicht. Innerhalb von ca. 1 Minute hat sich der Helfer vom Versteck aus dem Hund/Zaun genähert. Zeigt der Hund in diesem Moment ein gewünschtes Verhalten, gibt ihm der Helfer einen Anbiß über den Zaun.

Der Hundeführer rennt mit seinem Hund zum Auto oder der Box, verhält sich immer noch ruhig und berührt den Hund nicht. Der Hund behält die Beute so lange, bis er sie freiwillig fallenläßt. Der Hundeführer beeinflußt ihn dazu nicht. Der Hund darf niemals auf die Idee kommen, daß der Hundeführer mit ihm um die Beute streiten will, dies würde einen Konflikt erzeugen. Ein Konflikt entsteht dort, wo zwei verschiedene Kräfte aufeinanderstoßen. Dies können 2 physische Kräfte sein, wie das Ziehen und Zurückziehen aber auch 2 psychische Kräfte, wie das Verlangen des Hundes nach trieblicher Befriedigung und das Vermeiden von Schmerz. Man sieht dies sehr  häufig in traditionellen Ausbildungsmethoden. Dort wird der Hund sehr oft in eine Konfliktsituation gebracht. Auf der einen Seite das Verlangen nach Beißen auf der anderen Seite das Bewußtsein, auslassen zu müssen, um Schmerzen zu vermeiden. Dieser Konflikt führt zu einem hektischen und unkonzentrierten Verhalten. In diesem Zustand ist es schwer für den Hund, klar zu denken und auch schwer zu lernen und seinen Trieb zu kanalisieren, ihn auf das richtige Ziel auszurichten. Statt dessen wird seine Energie überkochen, sie wird verschwendet und zeigt sich meist in Ersatzhandlungen. Wenn wir in den ersten Übungsstunden versuchen, dem Hund die Beute gewaltsam wegzunehmen, wird dies einen Konflikt auslösen und ihn in einen hektischen Zustand versetzen. Die Auswirkungen dieses Stimmungswechsels sind vielfältig. Zum einen wird der Hund seinen Führer als Konkurrenten in der Beißarbeit ansehen, statt eines Verbündeten. Später wird, jedesmal, wenn sich der Führer seinem Hund nähert, dieser hektisch werden und versuchen, sich gegen alle Einflüsse zu wehren, sich jeglicher Kontrolle zu widersetzen.

Wenn der Hund hektisch ist, wird er oft schlecht beißen - ohne vollen Griff. Um ihn aber zu einem vollen, sicheren Griff zu veranlassen, benötigen wir einen Hund mit klarem Verstand und gezieltem Trieb. Und schließlich, wenn wir den Hund zum Ausmachen gezwungen haben, wird er hektisch beim Aus. Er wird nicht sauber und ruhig ablassen. Wenn der Hund mit klarem Verstand arbeitet, trieblich ruhig und gezielt, wird er von der Beute ruhig und relativ schnell ablassen. Dies ist die Basis für ein korrektes Aus. Wenn wir den Hund mit Gewalt vom Arm abbringen, wird er dieses normale Aus nicht erlernen. Er wird sich zunehmend gegen das Aus wehren wollen und beginnt schließlich, sich dem Hundeführer zu widersetzen. Wenn der Hund einige Male in solch  eine Situation gebracht wird, wird er später immer dann, wenn es zum Auslassen kommt, grundsätzlich den Konflikt spüren, er wird hektisch werden und sich widersetzen.

Wenn der Hund nach einiger Übungszeit gut beißt, kann man dann 2 oder 3mal beißen lassen. Hat der Hund gebissen führt ihn der Hundeführer weg vom Helfer und überläßt ihm den Arm, bis er diesen freiwillig abgibt. Zeigt der Hund einen harten Biß, ist es Zeit, ihn mit dem Beißarm bekanntzumachen. Wenn der Schutzdienst wie zuvor beschrieben geübt wurde, zeigt der Hund auch hier keine Probleme.

Nach einigen weiteren Übungsstunden wird der Hund nun direkt auf den Platz gebracht, ohne Zaun zwischen Hund und Helfer. Am besten trainiert man diese Situation, indem man dem Hund wie gewohnt einen Anbiß über den Zaun gibt und dann mit dem Arm im Fang des Hundes auf den Platz läuft. Nachdem der Hund den Arm wie gewohnt ausgelassen hat, geben wir ihm noch 2 – 3 Anbisse. Nach jedem Anbiß wird der Hund weg vom Helfer geführt, bis er freiwillig abläßt. Erst dann kehrt der Helfer zurück und fährt mit der Arbeit fort. Die Übung wird beendet, indem man den Hund mit dem Arm im Fang zur Box führt, wo er freiwillig abgibt.

Der frontale Anbiß

In den Anfängen des Trainings werden alle Anbisse hinter einem Zaun oder an der langen Leine ausgeführt. Wir sollten dann aber so schnell als möglich zu Beißhandlungen übergehen, bei denen der Hund frei und uneingeschränkt ist. Traditionell wird dies durch Weglaufen oder Fluchtanbisse erreicht. Dies ist aber für den Hund ganz anders als wenn der Helfer den Hund direkt angreift. Deshalb sieht Dildei das Trainieren dieser Fluchtübung als reine Zeitverschwendung. Er ist der Meinung, daß man eine Übung benötigt, die 3 Anforderungen erfüllt.

1. Der Hund muß die Möglichkeit haben, sich frei zum Anbiß zu bewegen
2. Er muß bei der Übung einen korrekten Bewegungsablauf erlernen, so daß er jeden frontalen Anbiß aus vollem Lauf mit einem guten, vollen Griff sicher übersteht und letztlich müssen wir erreichen,
3. daß der Hund ohne zu zögern angreift.

Dieser frontale Anbiß wird ohne Unterstützung auf sehr kurzer Distanz geübt. So daß der Hund in 1 bis 2 Sätzen den Arm erreichen kann. Dies oft auf diese Weise trainiert, erreicht, daß der Hund diese Technik des Reingehens dann später bei der Mutprobe genauso anwendet.

Ausführung

Der Hundeführer hält den Hund an der Leine. Der Helfer wird den Hund leicht anreizen und bedrohen. Der Schutzarm ist dabei an der Seite oder hinter dem Körper. Jegliche Hektik muß vermieden werden. Wenn der Helfer im Hund das gewünschte Verhalten sieht, nickt er mit seinem Kopf und gibt dadurch das Zeichen für den Anbiß. Der Führer läßt den Hund los. Der Helfer bewegt sich dabei nicht von der Stelle, er soll bis zum Schluß eine drohende Haltung einnehmen und kurz vor dem Anbiß den Arm nach vorne bringen und den Hund abfangen. Sofort wenn der Hund den Arm gefaßt hat, bestätigt der Helfer den Hund durch Überlassen des Arms. Der Helfer fährt mit der Übung erst wieder fort, wenn ihm der Hund, wie gewohnt, dazu das Zeichen gibt, indem er den Arm freiwillig abgibt. Ein sehr wichtiger Punkt ist in dieser Übung die Distanz zwischen Hund und Helfer, sie muß so gewählt sein, daß der Hund kraftvoll abspringen kann und so den Arm erreicht.

Traditionell wird der Hund nach dem Anbiß bedrängt und mit ihm zur Belohnung gekämpft. Dildei ist der Meinung, daß dies unnötig ist und den Hund eher abstumpft. Der Zeitpunkt, bei dem der Hund belohnt werden soll, ist der Anbiß selbst. In diesem Moment ist der Hund am stärksten und genau hier soll er bestätigt werden, indem wir ihm den Arm übergeben. Für den Großteil der Übungen sind die eigentlichen Handlungen extrem kurz. Diese frontalen Angriffe sollen ca. 4 x geübt werden, um dann den Hund anschließend wieder wegzubringen. Wenn dies so einige Wochen geübt wurde, zeigt der Hund einen energievollen und harten Anbiß ohne zu zögern.
Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, wo man mit dem Stellen und Verbellen beginnt.

Das Stellen und Verbellen

Traditionell wird de Hund im Versteck durch Leine und Stachelwürger vom Beißen abgehalten, bzw. dafür vom Helfer bestraft.

Dildei macht dies wie folgt:
Jede Übung beginnt mit 2 oder 3 frontalen Angriffen. Danach geht der Helfer ins Versteck und hält den Arm so zwischen sich und das Versteck, daß ihn der Hund nicht erreichen kann. Der Hundeführer gibt den Hund frei, der zum Versteck läuft und dort den stillstehenden und leicht bedrohenden Helfer vorfindet. Diese Situation verunsichert den Hund, so daß er zu bellen anfängt. Sobald der Hund 1 oder 2 mal gebellt hat, bringt der Helfer den Arm vor die Brust, läßt den Hund anbeißen und bestätigt ihn sofort. Auch hier wartet der Helfer so lange im Versteck, bis der Hund den Arm freiwillig abgegeben hat, tritt dann heraus, holt den Arm und begibt sich zur nächsten Stell- und Verbellübung wieder ins Versteck. Dies wird 2 – 3 mal pro Training wiederholt. Grundsätzlich wird die Übung mit 1 oder 2 frontalen Angriffen und dem Übergeben des Armes abschließen. Die Aufgabe des Helfers ist es, durch den Anbiß im entsprechenden Moment die Stell- und Verbellübung in die gewünschte Form zu bringen.

Wichtig ist auch, daß man mit dieser Übung nicht zu spät beginnt, damit der Hund noch nicht stark genug ist und kontrolliert im Versteck beißt. Hat man diesen Zeitpunkt verpaßt oder ist der Hund zu stark, wird er an der Leine langsam ans Versteck herangeführt und wie oben beschrieben fortgefahren. Der Helfer bestätigt das Bellen erst, wenn die Leine locker ist.

Das Aus

Traditionell mit das größte Problem, wo der Hund mit Leine und Stachelwürger zum Aus gezwungen wird. Nach der Methode von Dildei hat der Hund schon immer gelernt, daß er durch Abgeben des Arms den Helfer zu weiteren Aktionen auffordern kann. So macht es ihm auch keine Probleme, von einem stillstehenden Helfer abzulassen.

Übungsablauf

Wieder beginnen wir mit 2 – 3 frontalen Angriffen, dann wird der Hund zum Stellen und Verbellen ins Versteck geschickt. Das Ende der Übung wird aber nicht das Übergeben des Armes sein. Der Helfer wird den Hund kurz am Arm arbeiten und ihn dann wieder sanft ins Versteck ziehen. Dort bringt er den Arm in eine normale Position und bleibt still stehen. Dies benötigt einiges an Kraft, nach mehr oder weniger langer Zeit wird der Hund ablassen und wieder in ein Stell- und Verbellverhalten kommen. Während dieser Zeit bleibt der Hundeführer möglichst außer Sicht, redet nicht mit dem Hund und berührt ihn nicht. Die Aufgabe des Helfers ist es, dem Hund durch das eigene Verhalten zu helfen. Hat der Hund einige Male gebellt, wird er durch einen Anbiß mit Übergabe des Arms bestätigt. Der Hund lernt so nach und nach, daß er erst wieder zum dem Arm kommt, wenn er ihn für kurze Zeit freigibt. Da es aber kein Aus im Versteck sondern nur auf dem freien Platz gibt, muß dies entsprechend überbrückt werden. Dildei wartet dazu recht lange.

Der erste Schritt zur Überbrückung ist, daß der Helfer den Hund zum Aus nicht ins Versteck zieht, sondern auf die Rückseite, so daß der Hund das immer noch als Denkanstoß für das Aus hat. Klappt dies, wird das Aus Schritt für Schritt weg vom Versteck auf den Platz verlagert, so daß der Hund an jedem Ort ein sicheres Aus zeigt.

Unterordnung beim Schutzdienst

Angefangen wird dies, indem der Hund von der Stell- und Verbellübung, wenn der Helfer schon außer Sicht im Versteck ist. Wir verlangen, bevor wir ihn schicken, ein Sitz mit Augenkontakt. Zeit er dies, wird er zu Belohnung geschickt. Dieses Sitz wird nach und nach perfektioniert. Zeigt der Hund keinen Augenkontakt, gibt man dem Hund ein Fußkommando und läuft weg vom Helfer. Zeigt der Hund jetzt Augenkontakt, macht man eine 180 °-Wendung. Diese Wendung ist schon Bestätigung für das Hochschauen. Wir gehen mit dem Hund zum Ausgangspunkt zurück und geben ein Sitzkommando. Schaut er hoch, geben wir ein Fußkommando, machen eine 90 °-Wendung zum Versteck und lassen erneut Absitzen. Schaut er hoch, schicken wir ihn zum Versteck. Er wird dadurch aufmerksamer und leichter zu kontrollieren. Klappt diese Übung, wenn der Helfer im Versteck steht, kann man ähnliche Übungen auch mit sichtbarem Helfer machen. Ab und zu kann es notwendig sein, dem Hund mit einigen Leinenruckern zu korrigieren, aber ohne ihn hektisch zu machen.

Das Revieren

Auch dies ist eine Unterordnungsübung. Bis zu diesem Zeitpunkt haben alle Stell- und Verbellübungen in ein und demselben Versteck stattgefunden und zwar im Versteck Nr. 1. Der Hund lernt so, daß er immer im selben Versteck den Helfer antrifft und ist somit gewillt, auch immer dieses Versteck anzulaufen. Die Übung beginnt wieder mit 1 – 2 frontalen Angriffen. Wir lassen dann den Hund sehen, wie der Helfer ins Versteck geht. Der Hundeführer beginnt seine Unterordnungsübungen und gibt so dem Helfer die Möglichkeit, unbemerkt vom Versteck 1 nach 2 zu wechseln. Der Hundeführer geht zum Ausgangspunkt zurück und schickt den Hund, nachdem dieser ihm seine Aufmerksamkeit schenkt, zum Versteck. Beim leeren Versteck angekommen, ruft ihn der Helfer zum anderen Versteck, läßt ihn bellen und bestätigt ihn. Nach 2 – 3 solcher Übungen muß der Helfer aber wieder mal im 1. Versteck anzutreffen sein. Klappt dies sicher, lassen wir den Hund zusehen, wie der Helfer ins Versteck 2 läuft. Wir sorgen jetzt aus kurzer Distanz dafür, daß der Hund zum Versteck 1 läuft und dann erst zum Helfer. Dies geschieht an langer Leine. Dies muß sehr oft geübt werden. Schritt für Schritt wird die Distanz um 1 Versteck vergrößert. Es muß unbedingt vermieden werden, daß der Hund ausbricht und den Helfer erreicht. Wenn der Hund Versteck 1 und 2 gut annimmt, wird mit 3 und 4, 5 und 6 genauso verfahren. 5 und 6 sollten nicht so oft geübt werden. Das Interesse muß bei den ersten 4 liegen. Als nächstes werden die Versteckpaare verbunden. Es wird 2 und 3, dann 4 und 5 geübt. Es ist wichtig, daß man immer in gleicher, korrekter Reihenfolge übt. So lernt der Hund, wie er exakt zu laufen hat, um den Helfer zu erreichen.

Sehr spät in der Ausbildung werden dann Seiten- und Rückentransport oder das Entwaffnen geübt. Dies darf aber jetzt kein großes Problem mehr darstellen.

Beim Üben des frontalen Anbisses ist darauf zu achten, daß der Helfer den Arm hinter seinem Rücken versteckt und ihn erst kurz vor dem Anbiß nach vorne bringt. Es soll damit erreicht werden, daß sich der Hund mehr am Helfer und weniger am Arm orientiert. Dies führt zu einem besseren Griff in der Mutprobe.

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